Mit Apps durch Corona (1)

Einsamkeit, Erschöpfung, Sorgen, Ängste – das sind einige der Gedanken und Gefühle, die viele von uns im Moment spüren. Die Corona-Krise nagt an uns. Und viele bemerken das nicht nur körperlich, sondern auch psychisch, seelisch, in ihrem Kopf und Herzen.

Darum möchte ich hier drei Apps vorstellen, die dich unterstützen können, bei guter Stimmung und im guten Kontakt zu dir selbst, deinem Körper, deinem Glauben, deinen Werten zu bleiben. Denn das hilft, nachgewiesenermaßen sehr gut, um durch so eine Krise hindurch zu kommen. Die Apps heißen Exercise, MoodPath und Krisen-Kompass.

Und ich beginne in diesem Beitrag mit der App Exercise – kurz: XRCS.

Zuletzt im März 2020 aktualisiert. Für Apple- und Android-Nutzer.

Weitere Infos: https://xrcs.de/

XRCS, die App mit dem Christus-Monogramm im Logo, ist ein spirituelles Angebot der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und darum kostenlos. Das ist schon mal gut und auch die Berechtigungen, die gefordert werden, passen zu dem, was die App anbietet. Wir haben hier keinen Spion in der Tasche und kein Datengrab.

Nach der schnellen Installation startet die App mit einem kleinen Intro und einführenden Erklärungen, z.B. zum Namen der App XRCS, der abgeleitet ist vom englischen Wort für „Übung“. Nachdem du dir noch einen Namen gegeben hast, führt dich die App durch ihr Angebot. Du kannst dabei die Zeitpunkte wählen, an denen du für die jeweiligen Übungen Erinnerungen erhalten willst. Das kann Minuten genau eingegeben werden. Und dann kann es losgehen – „die App stellt dir verschiedene geistliche Übungen zur Verfügung und dich auf deiner spirituellen Reise zu begleiten. Starte deinen persönlichen Übungsweg und lass dich für einen festgesetzten Zeitraum inspirieren und herausfordern!“ So heißt es und darum geht es:

1) Exerzitienweg

Dieser Übungsweg dauert 30 Tage und erinnert dich dreimal täglich, ihn zu gehen. Dabei kannst du jeweils auswählen, wie lange du dir für diese Übungen Zeit nehmen kannst oder willst (5, 12 oder 20 Minuten). Man könnte die täglich wiederkehrenden Exerzitien auch als kleine Meditationen bezeichnen, denn es geht um die Wahrnehmung des Atems, der persönlichen Verbundenheit mit Gott, den eigenen Gefühlen, den Aufgaben des Tages (auch im Rückblick am Abend), dem Dank und Verweilen in Gottes Gegenwart. Das ist eine schöne Art, um zwischendurch am Tage zur Ruhe zu kommen und sich zu besinnen. Darum: Handy auf Flugmodus, dann gibt es auch keine Störungen!

2) Inspirationsreise

Wer hier klickt, dem öffnen sich 30 Tage lang bis zu 3 Inspirationen in Form von Fragen und Zitaten, die zum Nachdenken und Reflektieren einladen. Würdest du dir einen Engel wünschen? Wofür gibst du dein Geld aus? Lebst du nachhaltig? Du solltest dir Zeit lassen mit deiner Antwort und immer erst eine Weile mit den Impulsen „schwanger“ gehen.

3) Routinefasten

„Fasten hat viele Facetten“, so heißt es in der App und das stimmt natürlich. Hier geht es auch nicht ums Essen, sondern darum „typische Gewohnheiten zu hinterfragen und im Alltagstrott Gott auf die Spur zu kommen.“ Um zu neuen Antworten auf die selbstgewählten oder von der App vorgeschlagenen Lebensbereiche zu kommen, gibt die App einem 40 Tage Zeit. Hier hätte ich mir noch eine kurze Anleitung gewünscht, die in wenigen Schritten hilft, zu neuen Einsichten zu kommen bzw. die eigenen Ziele zu erreichen.

4) Kurzmeditationen

Fünf Minuten dauern jeweils die Kurzmeditationen zu Dankbarkeit, Stressabbau und Bibelimpuls. Eine gute Idee und schön, dass das mit in diese App aufgenommen wurde. Trotzdem sind mir die Inhalte der Meditationen doch zu wenig. Auch wenn in fünf Minuten natürlich nicht viel untergebracht werden kann, hätte ich mir tiefer gehende Impulse gewünscht.

Zusatzangebot

Die Audio-Exerzitien für morgens, mittags und abends in unterschiedlicher Länge gibt es noch nicht in der App, aber als Audiodatei auf der Webseite. Noch befindet sich dieses Angebot in der Testphase. Die geführten Meditationen sind gut hörbar, die Hintergrundmusik nervt nicht und die Stimme der Sprecherin ist angenehm. Ich konnte ihnen insgesamt gut folgen, wenn mir auch manchmal die Sprache zu „churchy“ vorkam, zu sehr für Kirchen- und Glaubensinsider.

XRCS ist eine tolle Möglichkeit, die eigene Spiritualität zu leben und in den Alltag zu integrieren. Und sie hilft, immer wieder aus dem Kopf in den Körper zu kommen und Kontakt zu dem zu knüpfen, der (Gott) und was (Vertrauen, Gebet, Ruhe, …) dir persönlich wichtig ist. Hilfreich, gerade jetzt in der Krise, um Gedankenkreisen und Sorgengrübeln aufzubrechen und mit klarem Kopf den Alltag zu bestehen.

Natürlich wäre noch manches weiter ausbaubar und ich könnte mir gut eine Sammlung von Gebeten oder Bibeltexten denken, aber auch so als Einstieg und Alltagsbegleiter sehr gut geeignet. Gerade beim Routinefasten könnten noch kurze Anleitungen helfen, aus den Impulsen eigene Schritte werden zu lassen.

Mit XRCS bekommt man einen angenehmen, unaufdringlichen Begleiter an die Hand, der technisch einwandfrei funktioniert, Spaß macht und insgesamt Lust an spirituellen Erfahrungen weckt. Und darum ist die App für mich auch eine klare Empfehlung als Anker in diesen stürmischen Zeiten von Corona und Co.

Quelle: Bilder von der XRCS-Webseite.