Kleine Schritte

Die ersten Schritte ins neue Jahr sind getan. Seit einer Woche schreiben wir „2020“. Und wenn es bisher noch nicht so lief, wie gehofft, geplant oder erwartet – keine Sorge, das ist normal.

Egal, was du dir für dieses neue Jahr vorgenommen hast, die ersten Schritte werden sicher nicht perfekt sein. Die Ideen sind da, die Pläne auch. Manches steht schon fest im Kalender und hier und da winkt sogar die Vorfreude. Doch jetzt nach einer Woche in diesem neuen Jahr 2020 merkst du, dass die ersten Schritte nicht „Anpacken“, „Fertig werden“ und „Erfolg“ heißen, sondern eher „Prokrastination“ oder „Aufschieberitis“, manchmal auch „Ablenkung“ und „Couch“ oder „Facebook“.  Vielleicht geht es dir auch zu langsam und alles zieht sich hin? Ich merke selbst, dass es mir nach dem Winterurlaub schwer fällt, wieder in Gang zu kommen…

Das schlechte Gewissen

Unser Gehirn kann uns ganz hervorragend ein schlechtes Gewissen einreden, wenn das, was wir vorhaben, nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben. Dann erwacht unserer innerer Kritiker und meldet sich rasant zu Wort, hält uns vor, was wir für Schlafsäcke sind und was alles nicht klappt, und dass es ohnehin nichts werden wird.

Doch die einzelnen Ablenkungen sind gar nicht das Problem. Es ist normal, dass wir nach einem Urlaub oder einer Reihe von Feiertagen Anlaufschwierigkeiten haben und uns erst wieder an den Arbeitsrhythmus gewöhnen müssen. Bleiben wir also möglichst gelassen und hören unserer inneren Stimme nicht zu lange zu und glauben wir ihr nicht.

Stattdessen sollten wir unsere Ziele überprüfen. Sind sie realistisch? Sind sie für uns erreichbar? Und wollen wir sie überhaupt erreichen? Welche kleinen Schritte könnten uns helfen, unsere Ziele zu erreichen? Was wäre der erste konkrete kleine Schritt in die richtige Richtung?

Ein anderer Blick

Diese veränderte Blickrichtung ist wichtig. Schauen wir auf den Weg, nicht auf das Ziel. Denn das Ziel überfordert uns schnell, weil wir meinen, längst ankommen zu müssen, obwohl wir innerlich noch nicht mal losgelaufen sind.

Wenn vor dir also ein Projekt liegt, dass du jetzt im neuen Jahr starten möchtest oder woran du weiterarbeiten willst, dann schaue nicht auf das Ende dieses Projektes. Stelle dir nicht vor, wie es schon erledigt und fertig ist. Schaue nicht auf die mögliche Reaktion anderer Menschen auf deine Arbeit. Träume nicht von Erfolg oder Misserfolg.

Sondern konzentriere dich auf den einen ersten kleinen Schritt, der nötig ist, um auf den Weg zu treten. Und dann geh weiter. Schritt für Schritt. Das Ende, das Ziel wirst du so von ganz allein erreichen.

Schauen wir nicht zu weit in die Zukunft, sondern bleiben wir bei dem, was wir in der Gegenwart tun können. Oder wie Jesus es sagt: „Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.“ (Matthäus 6,34 – GNB).

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