In Tagen wie diesen

Wegen des Corona-Viruses fällt vieles aus. Unser Alltag verändert sich. Wie reagieren wir als Kirchengemeinden darauf? Hier habe einige Tipps und Hinweise notiert. Ich freue mich über weitere Ideen!

Achtung: Aktualisierung (16.3.) – bitte überlegen, ob das jetzt noch möglich und sinnvoll ist: In manchen Gegenden beginnt die Saison der „Offenen Kirchen“ erst noch. Aber vielleicht könnt Ihr jetzt schon Eure Kirchentüren öffnen und Menschen diese besonderen Orte als Platz der Ruhe, Einkehr und Besinnung anbieten. Vielleicht könnt Ihr eine Gebetswand in Eurer Kirche aufstellen? Eine Tafel, Pinnwand oder Stellwand. Mit entsprechendem Schreibmaterial. Besucher Eurer Kirchen könnten darauf Gebetsanliegen und Gedanken miteinander und mit Gott teilen. Auch ein „stummes Schreibgespräch“ wäre möglich und könnte helfen, Ängste und Sorgen, aber auch Tipps und Hilfen zur Sprache zu bringen und miteinander zu teilen. Eine Anleitung dazu gibt es hier: https://www.bpb.de/lernen/grafstat/grafstat-bundestagswahl-2013/148929/stummes-schreibgespraech

Oder Ihr habt oder bietet eine Möglichkeit, in der Kirche Kerzen anzünden zu können. Und vielleicht sind kurze, regelmäßige Andachten verteilt über die Woche im Moment besser, sinnvoller als der eine Gottesdienst am Sonntag.

-> Vielleicht besser auf die digitalen Wege konzentrieren:
Gebetsanliegen können digital bei Amen.de geteilt werden.

Bitte geht in die Sozialen Netze: Facebook, Instagram, Twitter. Und zeigt dort in den jeweiligen lokalen Dorf- und Stadtgruppen, dass Ihr als Person und auch als Kirchengemeinde da seid.

Und wenn Ihr könnt, dann bietet Möglichkeiten zu Gespräch und Seelsorge per E-Mail, Videogespräch oder Telefon an. Vielleicht kann so die Zeit für eine ausgefallene Veranstaltung neu genutzt werden.

Und vielleicht gibt es sogar Möglichkeiten, für andere einzuspringen und besonders gefährdete Personen im Ort aktiv zu unterstützen, zB mit einem Einkaufsservice für Seniorinnen und Senioren?

Unter https://gegen-den-virus.de/ könnt Ihr eine Plakatvorlage für solche Aktionen herunterladen.

Auf den sozialen Kanälen der Landeskirchen (und besonders kann ich hier für Hannover sprechen) finden sich auch gute Texte, Fotos, Gebete und mehr. Diese kann man gut weiterleiten oder für eigene Andachten nutzen.

In der Landeskirche Hannovers gibt es jetzt eine datensichere Möglichkeit für Videokonferenzen. Unter https://www.konferenz-e.de findet Ihr den Zugang. Eine Anleitung findet sich unter https://hilfe.konferenz-e.de/.  

Als konkrete digitale Seelsorge-Angebote gibt es die www.telefonseelsorge.de und die www.chatseelsorge.de

Weitere Angebote digitaler Seelsorge finden sich in dieser Übersicht https://achim-blackstein.de/seelsorge-seiten-im-internet

Lutz Neumeier, ein Kollege aus Hessen, zeigt in seinem Blog, wie Kirchengemeinden einen digitalen Schaukasten für wenig Geld einrichten können. Dieser könnte dann auch in der geöffneten Kirche diebstahlsicher montiert werden und zB Gebete, kurze Andachten oder mehr zeigen: http://neumedier.de/schaukasten.html

Wie man einen Gottesdienst live ins Internet streamen kann, zeigt hier der Medientheologe Karsten Kopjar: http://medientheologe.de/cms/?p=792

Oder hier eine Anleitung dazu auf Englisch von einem Kollegen aus den USA: https://www.youtube.com/watch?v=nhnR0hahkD0

Bitte weist auch immer wieder auf Online-Angebote zu Andachten, Podcasts und natürlich Fernsehgottesdienste hin.

Und wenn Ihr als Verantwortliche selbst Hilfe braucht, dann meldet Euch bitte bei den entsprechenden Superintendenturen und/oder werdet Mitglied in den entsprechenden Gruppen auf Social-Media, zB für Pfarrerinnen und Pfarrer bei Facebook „Was mir im Predigerseminar keiner sagte…“. Dort bekommt Ihr konkrete Hilfe, Austausch, Unterstützung und Feedback.

Weitere Informationen, Tipps und Hinweise stehen auch noch in diesem Artikel auf evangelisch.de – https://www.evangelisch.de/inhalte/167178/13-03-2020/corona-wo-digitale-kirche-jetzt-stattfindet-gottesdienste

Nicht vergessen: Habt Lust und Mut zu neuen Dingen! Und habt keine Angst vor Fehlern. Nichts muss perfekt sein. Die Zeit erfordert es, dass wir agil arbeiten und das bedeutet, etwas zu probieren und nach Bedarf nachzusteuern.

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