Abendmahl zu Hause feiern – digital verbunden oder in der Familie

Ostern steht vor der Tür. Und da gehört das Abendmahl dazu. Irgendwie. Nur wie? In Zeiten von Corona und körperlicher Distanz ist das nicht so einfach. Gottesdienste finden den Kirchen gerade nicht statt und online als Video-Gottesdienst oder Live-Stream ist es manchen vielleicht zu „steril“.

Wer zu Gründonnerstag oder Ostersonntag auf das Abendmahl nicht verzichten möchte und es allein oder in seiner Familie feiern will, kann das Gesangbuch (EG) zur Hilfe nehmen. Viele haben ja eines zu Hause und jetzt wäre eine gute Gelegenheit, das gute Stück zu nutzen.

Schaut doch mal, auf den ersten Seiten, nach der Inhaltsübersicht, wird der Ablauf eines Gottesdienstes in allen Einzelheiten beschrieben.

Unter „Erste Grundform“ findet Ihr unter Abschnitt „C“ das Abendmahl.

Daran orientiere ich mich hier auch im Ablauf einer Abendmahlsfeier zu Hause.

Doch bevor es richtig losgeht, stellt alles bereit: Brot, Wein oder Traubensaft. Gläser, einen Brotkorb oder Brotteller. Vielleicht können die Kinder aus Stöckern ein Kreuz basteln und ihr findet eine schöne Decke für den Tisch?

Macht es Euch schön! Kerzen dazu, im Hintergrund leise Musik – schaut mal auf Youtube, was es da so für euch Passendes gibt.

Wenn du allein bist, dann wisse dich verbunden und fühle dich verbunden mit all den vielen, die gleichzeitig mit dir an jeweils ihren Orten auf der ganzen Welt Abendmahl feiern. Und auch mit denen, die es vor dir getan haben oder nach dir feiern werden. Niemand ist allein. Und vielleicht kannst auch du dich mit anderen digital in einem Online-Gottesdienst vernetzen, gerade jetzt. Wir sind und bleiben gesehen, verbunden, umfangen, gehalten von Gott, der und die alles hält.

Abendmahl ist ein Fest im Alltag, ein Fest an Festtagen – das dürfen wir besonders genießen und uns und unsere Lieben, das Leben selbst, Gott und das Mahl willkommen heißen und wertschätzen.

Und dann, wenn es alles da ist und alle da sind und das Telefon ausgestellt ist und es losgehen kann, dann beginnt ihr gerne so:

Jemand spricht:

Der Herr sei mit uns!
Es ist gut, dass wir jetzt hier sind.
Und es ist gut, dass wir nicht allein sind.
Gott ist da.
Und andere Menschen sind da,
mit uns verbunden in Gedanken und Gebeten und im Heiligen Geist.

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Und jemand liest aus der Bibel den Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Amen.

Vielleicht mögt ihr etwas Singen oder findet ein Lied auf Youtube. Etwas, das jetzt für euch passt. Hört es euch an.

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Und jemand fängt an zu beten und allen anderen machen mit:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

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Jemand nimmt das Brot und spricht:

Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht als er verraten wurde, nahm er das Brot, dankte und brach es und gab es seinen Jüngern und sprach: Nehmt und esst. Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das tut zu meinem Gedächtnis.

Jemand nimmt den Wein/Traubensaft und spricht:
Und genauso nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte und gab ihnen den und sprach: Nehmt und trinkt alle daraus. Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Das tut, sooft ihr es trinkt zu meinem Gedächtnis.

Und dann lasst ihr zuerst das Brot herumgehen und jeder nimmt sich ein Stück. Ganz in Ruhe, ganz gelassen, mit so viel Zeit, wie es eben braucht. Und ihr esst.

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Und dann lasst ihr den Wein oder Traubensaft herumgehen und jeder gießt sich einen Teil davon in sein Glas. Ganz in Ruhe, ganz gelassen und ihr trinkt. Oder ihr nehmt nur ein Glas und füllt dieses und reicht es herum und jeder trinkt einen Schluck.

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Jetzt könnt ihr noch einmal etwas singen oder Musik hören.
Lasst euch Zeit, genießt den Moment.

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Und zum Schluss: Der Friede Gottes sei mit uns allen.

Und alle antworten: Amen.

Psalm 23 nach Lutherbibel 2017 – Deutsche Bibelgesellschaft.
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